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Katzensprache lernen und verstehen – Erste Einblicke

Katzensprache lernen und verstehen – Erste Einblicke tschecki Katzensprache lernen und verstehen – Erste Einblicke

Ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie Ihre Katze gestreichelt haben, aber statt einem sanften Schnurren einen kräftigen Pfotenhieb kassiert haben? Dann haben Sie vielleicht ein wichtiges Ausdrucksverhalten der Katze übersehen oder falsch gedeutet. In unserer Reihe „Katzensprache lernen und verstehen“ bekommen Sie einen Einblick in das Verhaltensrepertoire unserer Hauskatzen.

Katzensprache lernen und verstehen – Erste Einblicke

Unsere Katzen „sprechen“ viel mit uns. Wir Menschen aber verstehen unsere Katzen nicht immer bzw. übersehen auch schon mal, was unsere Katzen uns sagen wollen.

Die Katzensprache wird von Verhaltensforschern untersucht. Es wurden schon mehr als 100 verschiedene Töne registriert, darunter bis zu 70 verschiedene Varianten des Miauens. Katzen kommunizieren aber nicht nur mit Lauten, sondern mit ihrem ganzen Körper. Rund 75 Körperhaltungen signalisieren ihre momentane Stimmung. Da unsere Katzen Individualisten sind, ist die generelle „Übersetzung“ etwas schwierig. Jede Katze nutzt ihr Sprachrepertoire anders und jede Katze hat auch ihre ganz eigene Sprache.

Die bisherige Forschung zur Katzensprache hat ergeben, dass Katzen ihre Sprache nicht durch Nachahmen lernen. Denn auch Kitten, die taub geboren werden, verfügen über ein ausgefeiltes Sprachrepertoire. Nachfolgend einige Beispiele der Laut- und Körpersprache unserer Katzen:

Die Katze blinzelt

Blinzeln ist ein Zeichen für Entspannung und Freundlichkeit. Die Katze ist bereit sich auf eine Begegnung mit ihrem Gegenüber – Mensch, Artgenosse oder anderes Tier – einzulassen.

Die Katze zeigt ihren Bauch

Zeigt die Katze ihren Bauch, ist das kein Zeichen von Demut oder Unterwerfung. Die Katze hat sich kampfbereit in die beste Verteidigungsposition gebracht. Will der Halter die Katze jetzt am Bauch streicheln, wird er überrascht sein, dass die Katze Pfoten und Zähne zum Einsatz bringt.

Die Katze faucht oder knurrt

Faucht oder knurrt die Katze, dann warnt sie. Menschen, Artgenossen oder andere Tiere, die diese Warnung ignorieren, werden erleben, dass die Katze angreift.

Die Katze gibt Köpfchen

Gibt eine Katze Köpfchen, dann kann es einerseits ein Zeichen von Freude und tiefer Zuneigung sein. Andererseits kann Köpfchen-geben oder Köpfchen-reiben aber auch Markierverhalten sein und somit der Kommunikation dienen.

Die Katze miaut

Miaut die Katze, will sie ihrem Halter etwas mitteilen bzw. will etwas von ihm. Eigentlich miauen nur Kitten, um Kontakt mit der Mutterkatze aufzunehmen. Katzen untereinander „verzichten“ aufs Miauen. Aber unsere Katzen haben gelernt, dass wir als Halter auf miauen reagieren.

Die Katze putzt sich und andere

Putzen dient bei Katzen nicht nur zur Fellpflege. Gegenseitiges Putzen festigt auch die familiären Strukturen. Daher kommt der Halter auch schon mal in den Genuss, ausgiebig geputzt zu werden.

Die Katze schnurrt

Schnurrt die Katze, fühlt sich der Halter schnell wohler. In der Regel schnurrt die Katze, wenn es ihr besonders gut geht. Katzen schnurren aber auch, wenn sie krank oder gestresst sind, denn das Schnurren wirkt nicht nur auf uns Menschen beruhigend, sondern beruhigt auch die Katze selbst.

Die Katze starrt

Starrt eine Katze, dann ist sie sehr angespannt. Die Katze versucht einzuschätzen, ob die Situation gefährlich ist oder nicht. Als Halter sollte man vermeiden seine Katze anzustarren, denn Katzen empfinden Anstarren als bedrohlich. Bisweilen setzen Katzen das Anstarren untereinander ein, um zu bedrohen. Das stellt eine sehr subtile Reviergrenzenabsteckung dar und wird häufig bei Mobbing im Mehrkatzenhaushalt beobachtet.

Die Katze wedelt mit dem Schwanz

Die Schwanzhaltung gibt Auskunft über die Stimmung, in der die Katze gerade ist. Mehr darüber erfahren Sie im zweiten Teil dieser Serie.

Hier geht es zum nächsten Teil der Serie "Katzensprache lernen und verstehen"

Dieser Artikel wurde bereitgestellt von Tina Krogull.

Tina Krogull

Tina Krogull ist seit 2008 Tierpsychologin mit ATN-Abschluss und hat sich auf Katzen spezialisiert. Sie ist darüber hinaus Bach-Blüten-Beraterin für Tiere (BFRAP - Bach Foundation Registered Animal Practioner) und derzeit nur eine von zwei bei der Bach Foundation gelisteten BFRAPs in Deutschland. Tina Krogull ist Mitglied im Verband der Tierverhaltensberater und -trainer (VDTT) und steht in der Liste der Bach-Blüten-Therapeuten für Tiere der Bach Foundation (UK).

Webseite: www.meinekatzeundich.de

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