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Interview: Warum tut der Hund, was er tut, Frau Holst?

Interview mit ATN-Tierpsychologin Christine Holst: Warum tut der Hund, was er tut? Interview mit ATN-Tierpsychologin Christine Holst: Warum tut der Hund, was er tut?

Wem der Titel ins Auge springt, der hat als nächstes zumeist nur einen Gedanken: „Das habe ich mich auch schon immer gefragt!“ Schülern und Absolventen der ATN fällt hingegen so einiges ein. Wissen sie doch, dass ein Hund gut und gerne mehr als X Gründe haben kann, sich „zu verhalten“ – in welcher Weise auch immer. Wie man diesen Gründen auf die Spur kommt, hat die ATN-Tierpsychologin Christine Holst in ihrem Buch bis ins kleinste Detail ausgelotet. Herausgekommen ist ein Anamneseleitfaden, der zwar keine Antwort auf die Frage liefert, warum der Hund als solcher tut, was er tut. Wer sich jedoch schon immer gefragt hat, warum ein ganz bestimmter Hund tut, was er tut, bekommt mit dem Werk ein Buch an die Hand, mit dessen Hilfe er genau das herausfinden kann.

Frau Holst, worum geht es in Ihrem Buch?

Antworten für „auffälliges“ oder „problematisches“ Hundeverhalten ergeben sich nicht mal einfach so. Um das Warum für ein bestimmtes Verhalten zu verstehen, braucht es einen ganzheitlichen Blick und ein tiefgreifendes Verständnis für die Individualität von Menschen und ihren Hunden. Das Entschlüsseln von „Problem“-Verhalten bedingt einerseits umfassendes Fachwissen und das Erkennen kausaler Zusammenhänge. Andererseits ist ein ganzheitliches Kommunikationsverständnis nebst Akzeptanz und Empathie gegenüber dem Hundehalter erforderlich – es geht nie einzig und allein um den Hund, der Weg zum Hund führt immer über den Menschen. Wer Verhalten entschlüsseln will, braucht selbstredend auch die Bereitschaft, jeden Fall neu zu betrachten. Nicht zu vergessen, ein gutes Gespür und Vertrauen in die eigene Intuition. Für diese Komplexität sensibilisiert mein Buch. Kurzum, es geht um das Fundament, um maßgeschneiderte und nachhaltige Trainings- oder Therapiekonzepte entwickeln zu können. Patentrezepte, um ein „Problem“ aus der Welt zu schaffen, werden Sie allerdings in diesem Buch vergeblich suchen. Auch wenn sich viele solche Rezepte wünschen.

Was ist falsch an „Rezepten“?

Grundsätzlich nichts. Nur: Wunsch und Wirklichkeit passen nicht immer zusammen. Rückschlüsse, die in eine fundierte Lösungsstrategie münden, bedingen als ersten Schritt die Ursachenforschung. Die wird nur allzu oft ausgelassen, weil viele glauben, mit der „richtigen“ Standardmethode im Gepäck den Erfolg garantieren zu können. Können sie aber nicht. Standards schließen Individualität aus. Deshalb ist mein Weg ein anderer. Er geht über die Analyse und das genaue, interpretationsfreie Beobachten. Und zwar nicht nur das des Hundes, sondern eben auch das des oder der zum Hund gehörenden Menschen. Jeder Mensch gestaltet und prägt für seinen Hund eine eigene ökologische Nische, in der sich der Hund zurechtfinden und an die er sich anpassen muss. Das sollte jedem Halter bewusst sein. Ebenso, dass sich Hunde in ihren Anpassungsleistungen unterscheiden, ganz eigene Stärken und Schwächen haben, eine eigene Persönlichkeit – genau wie wir Menschen.

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Dieser Artikel wurde bereitgestellt von Judith Böhnke.

Judith Böhnke

Judith Böhnke, ist ATN-Absolventin mit Spezialisierung auf Hund und Katze sowie VDTT-Vorstandsmitglied und Mitarbeiterin der ATN. Besonders wichtig ist ihr ein achtsamer, gewaltfreier Umgang sowohl mit den Tieren als auch den Tierhaltern. In ihrer Arbeit folgt Judith Böhnke dem Prinzip der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, welches sie auch auf die Mensch-Tier-Beziehung anwendet. Im Kosmos-Verlag ist 2013 ihr Buch "Mit Hunden gewaltfrei kommunizieren" erschienen, 2014 folgte ebenfalls bei Kosmos "Cocker Spaniel - Auswahl, Haltung, Erziehung, Beschäftigung".

Webseite: www.mensch-tier-akademie.de

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