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Tasthaare: Bssssss hier funkt’s – alles „auf Empfang“

Tasthaare bei Haustieren: abschneiden verboten. Tasthaare bei Haustieren: abschneiden verboten.

Die Barthaare des Pferdes, die Schnurrhaare der Katzen oder die Schnauzenhaare des Hundes – jeder Tierbesitzer kennt sie und hat sie schon mal berührt. Es sind wahre sensorische Meisterwerke. Oft wurde schon darüber diskutiert, ob das Stutzen oder Entfernen dieser Haare bei Tieren aus ästhetischen Gründen (z.B. bei Schauhunden, Turnierpferden, usw.) zulässig ist. Bisher sind noch nicht alle Funktionen der Tasthaare unserer Vierbeiner geklärt, aber bereits das bisher bekannte „Leistungsspektrum“ dieser Sinnesorgane erklärt, warum das Entfernen gemäß Tierschutzgesetz verboten ist.

Was sind Tasthaare und welche Funktion haben sie?

Tasthaare – auch Vibrissen oder Sinushaare genannt – sind Haare mit spezieller Struktur. Sie sind fester und steifer als die normale Körperbehaarung und befinden sich vornehmlich am Kopf und im Gesicht der Tiere. Sie sind auch deshalb gut zu erkennen, weil sie deutlich länger sind als der Rest der Behaarung. Der Name Vibrissen stammt dabei vom Begriff „vibrieren“ – und in der Tat können die Tiere durch kleinste Luftzüge eine Vibration der Tasthaare wahrnehmen und dadurch ihre Umwelt „ertasten“ oder erkunden. Nagetiere bewegen die Vibrissen sogar rhythmisch, um ihre Umgebung taktil zu erfassen (die Haare sind von Muskeln umgeben, um eine aktive Bewegung der Haare zu ermöglichen). Da Tiere keine Hände haben, mit denen sie tasten können, sind die Vibrissen für sie sehr wichtig, um sich zu orientieren, Nahrung zu erkunden und Maße einschätzen zu können.

Mit dem Begriff Sinus bezeichnet man in der Medizin „Ausbuchtungen oder Höhlungen an Körperteilen oder Organen“. Sinushaare heißen die Tasthaare deshalb, weil ihre Wurzelscheiden von Bluträumen umhüllt werden, die sie wie ein Kissen in ihrer Position halten. Die umgebende Flüssigkeit puffert die Bewegung der Wurzel, denn an den Wurzelscheiden befinden sich ganz feine Rezeptoren, die schon bei winzigster Bewegung der Haare eine Nervenerregung auslösen und damit eine Information an das Gehirn weiter geben. Eine zu starke Bewegung der Haare würde wahrscheinlich zu einer Reizüberflutung führen, daher vermutet man hier, dass die Flüssigkeit auch eine Pufferfunktion hat. Die Bewegung des Haares führt nun zu einer Bewegung des Blutes und damit zu einer Nervenerregung, die an die Großhirnrinde (sog. Cortex) weitergeleitet und verarbeitet wird.

Obwohl jedes einzelne Tasthaar ein einzelnes Sinnesorgan darstellt, werden die eingehenden Informationen aller Tasthaare doch zu einem Gesamtbild zusammengefasst und ausgewertet.

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Dieser Artikel wurde bereitgestellt von Sarah Kopmann.

Sarah Kopmann

Sarah Kopmann ist durch die ATM geprüfte und selbstständige Tierheilpraktikerin für Hunde, Katzen und Pferde, Dozentin bei der ATM und Mitarbeiterin der ATM und ATN. In der Arbeit mit ihren tierischen Patienten legt sie ein besonderes Augenmerk auf die Individualität jedes einzelnen Patienten und die ganzheitliche Betrachtungsweise. Das versucht sie auch ihren menschlichen Schülern mit auf den Weg zu geben: „Weg vom Kochrezept – hin zum individuellen und ganzheitlichen Therapieplan“. Schwerpunkte ihrer Arbeit als Tierheilpraktikerin sind u.a. die Akupunktur, Homöopathie und Mykotherapie.

Webseite: tierheilpraxis-kopmann.de

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