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Sommerhitze, Hund im Auto: So helfen Sie rechtssicher

Sommerhitze, Hund im Auto: So helfen Sie rechtssicher ramonespelt, Fotolia Sommerhitze, Hund im Auto: So helfen Sie rechtssicher

Jahr für Jahr wird davor gewarnt, dennoch lassen immer wieder Hundebesitzer ihre Tiere bei sommerlichen Temperaturen im Auto allein. In den (sozialen) Medien häufen sich in dieser Zeit die Berichte von leidenden, zum Teil qualvoll verendeten Tieren auf der einen, und bisweilen rechtlich zum Teil fragwürdigen Verhaltenstipps auf der anderen Seite. Mancherorts kommt es getragen vom guten Willen zu Panik und Hysterie-Aktionen von Tierschützern. Wir verraten Ihnen, wie Sie richtig helfen und rechtssicher handeln.

Hund im Auto: unterschätzte Gefahr im Sommer

Ganz grundsätzlich ist ein Pkw kein Ort, um einen Hund darin zu halten. Klingt nach einer Binsenweisheit, zugegeben, aber rechtlich gesehen wird ein Pkw schon dann als „hauptsächlicher Aufenthaltsort“ eines Hundes genutzt, wenn das Tier regelmäßig mehr als die Hälfte des Tages darin verbringt. In manchen Fällen kommt man da schon mal ins Grübeln. Kurzzeitig darf man als Halter seinen Hund jedoch selbstverständlich im PKW lassen – soweit dies nicht mit Leiden verbunden ist. § 8 Abs. 2 Nr. 3 TierSchHundeV sieht hierzu vor, dass die Betreuungsperson des Hundes bei unbeaufsichtigtem Verbleiben des Hundes im Fahrzeug für ausreichende Frischluft und angemessene Temperaturen zu sorgen hat.

In den kälteren Monaten des Jahres wird der Aufenthalt des Hundes im PKW selten zum Problem. Im Sommer jedoch täuscht sich immer wieder so mancher Halter. Aus „mal eben“ den Hund im Fahrzeug lassen wird häufig dann doch ein längerer Zeitraum, die Sonne wandert und schon steht das ursprünglich im Schatten geparkte Fahrzeug in der prallen Sonne. Die Temperaturen im Innenraum steigen schnell auf mehr als 45 Grad Celsius und der Hund, der sich nicht wie der Mensch über Schwitzen Kühlung verschaffen kann, leidet. Spätestens ab 20 Grad Celsius Außentemperatur - unter bestimmten Bedingungen auch schon ab 15 Grad Celsius - ist ein Verbleib des Hundes im PKW mehr als kritisch. Mit den schnell ansteigenden Temperaturen im Fahrzeug leidet er zunehmend an Sauerstoffmangel, ihm droht Kreislaufversagen, im schlimmsten Fall der Tod durch Hitzschlag. Halter, die ihren Hund so zurücklassen, handeln verantwortungslos und machen sich nach § 17 TierSchG strafbar.

Wie aber handeln, wenn ich als Passant in den Sommermonaten einen Hund im Auto sehe und Sorge habe, dass es dem Tier schlecht geht?

Erst einmal so ruhig wie möglich die Situation analysieren. Genau schauen, wie es dem Tier. Anzeichen einer Überhitzung können sein:

  • glasiger Blick,
  • tiefrote Zunge,
  • Erbrechen,
  • starkes Hecheln (mit getrecktem Hals).

Scheint es dem Tier trotz erheblicher Außentemperaturen gut zu gehen und zeigt es keine Anzeichen von Unbehagen, sollte immer auch in Erwägung gezogen werden, dass es sich um einen PKW mit Standklimatisierung handeln könnte. Diese sind zwar selten, aber gerade professionelle Hundehalter halten sie schon mal vor.

Halter ausfindig machen

Zweiter Schritt: den Halter des Hundes / PKW suchen. In Einkaufszentren etwa darum bitten, dass der PKW ausgerufen wird. Kann der Halter nicht zeitnah ermittelt werden, geht es dem Tier aber schlecht, unbedingt die Polizei anrufen. Bereits im Telefonat anfragen und abstimmen, welchen Zeitraum die Beamten voraussichtlich für die Anfahrt benötigen und ob bereits jetzt (in Abwägung der Dauer zu dem konkreten Gesundheitszustand des Tieres) Notfallmaßnahmen eingeleitet werden sollen.

Ist weder der Halter zeitnah auffindbar, noch andere rechtzeitige Hilfe verfügbar, kann die Polizei nicht erreicht werden oder rechtzeitig da sein, dann kann, darf und sollte zur Rettung des Tieres Selbsthilfe ergriffen, das Tier befreit werden, etwa durch das Einschlagen einer Schreibe.

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Dieser Artikel wurde bereitgestellt von Daniela Müller.

Daniela Müller

Daniela Müller, selbstständige Rechtsanwältin, spezialisiert auf Rechtsfragen „Rund um das Tier“. Sie berät in erster Linie gewerbliche Tierhalter, Tierausbilder, Tierschutzvereine und Tierärzte und ist Lehrbuchautorin der ATN (Rechtliche Aspekte Tiergestützer Arbeit).

Webseite: www.tierkanzlei.de

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