Tierberufe Ausbildung bei der ATM Akademie
Anmelden

Brennnessel: Ein Pflanzenportrait

Brennnessel: Ein Pflanzenportrait VRD Brennnessel: Ein Pflanzenportrait

Sollten in Ihrem Garten Brennnessel wachsen, so müssen Sie sich ab jetzt nicht mehr darüber ärgern und sie wie lästiges Unkraut einfach entsorgen. Die Brennnesselpflanze ist viel mehr als Unkraut. Wozu die Brennnessel alles in der Lage ist, ist schon erstaunlich. Unser Pflanzenportrait für Sie zusammengefasst.

Helfender Tausendsassa: Die Brennnessel

„Brennnessel sind gut gegen Rheuma!“ So sagte jedenfalls meine Oma immer. Später lernte ich, dass der brennende Stoff aus der Brennnessel aus der gleichen Säure besteht, die Ameisen zur Verteidigung benutzen, die Ameisensäure eben -> HCOOH ist die chemische Formel hierfür.

Ihren Namen verdankt die Brennnessel den mikroskopisch kleinen einzelligen Haaren, die beim Berühren sehr leicht brechen. Ihre Zellwand ist verkieselt, deshalb sind sie spröde. Die entstehende scharfe Kante an der Haarspitze ritzt die Haut oberflächlich an. Dabei entleert sich der giftige, eiweißhaltige Inhalt der Haare. Das “Nesselgift” besteht unter anderem aus Histamin und Serotonin. Es reizt die Haut; bei besonders empfindlichen Menschen entstehen sogar Blasen.

Die Große Brennnessel (Urtica dioica) kommt hierzulande am häufigsten vor. Sie wird bis zu 1,2 Meter groß. Die Kleine Brennnessel (Urtica urens) ist mit 50 Zentimeter Höhe weniger imposant. Beide Arten sind auf der ganzen Erde in den gemäßigten Zonen verbreitet. Vor allem die Kleine Brennnessel wächst fast überall – auf Wegen, Feldern, Wiesen und natürlich auch in Gärten. Die Pflanzen blühen von Mai bis in den späten Herbst mit Ähren aus kleinen, grünlichen Blüten.

Die Große Brennnessel ist eine diözische, das heißt zweihäusige Pflanze: Es gibt männliche und weibliche Individuen. Das Geschlecht ist an den Blüten erkennbar. Das ist eine botanische Seltenheit, denn die meisten anderen Pflanzen vereinen in der Blüte männliche und weibliche Anteile.

Ich denke, es gibt wohl niemanden, der sich noch nie an einer Brennnessel verbrannt hat. Durch leichtes Anwelken oder Kochen verlieren die Brennhaare der Pflanze aber ihre schmerzhafte Wirkung auf die Haut. In der Küche wird die Brennnessel als Gemüse wie Spinat zubereitet, fein gehackt unter Salate gemischt und auch für Suppen und Eintöpfe verwendet. Nun ja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. In der Medizin wird die Brennnessel zur Anregung des gesamten Körperstoffwechsels verwendet. Hauptsächliches Einsatzgebiet sind Nieren- und Blasenerkrankungen, entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege und Unterstützung bei der Behandlung von Prostata-Beschwerden. Äußerlich zur Unterstützung bei rheumatischen Beschwerden. Brennnessel haben eine diuretische Wirkung.

Pahlow schreibt: „Das BGA erkennt Brennnesselblätter-Tee zur Erhöhung der Harnmenge und zur Unterstützung der Behandlung von Beschwerden beim Wasserlassen an und den Tee aus den Brennnesselwurzeln bei Miktionsbeschwerden sowie Prostata-Adenom im Stadium I und II, weil die Restharnmenge erniedrigt und der Harnfluß verbessert wird.“ Kontraindiziert ist der Einsatz der Brennnessel bei Stauungen und Ödemen aufgrund von Herz- und Niereninsuffizienz. Dies gilt auch für viele andere Diuretika.

Pfarrer Sebastian Kneipp, der bekanntlich nicht zimperlich mit seinen Patienten war, strich ihnen mit frischen Brennnesseln über die Haut und die Gelenke. Das sollte gegen Rheuma und Gelenkschmerzen helfen. Andere empfehlen bei rheumatischen Fingern, die Brennnessel mit ungeschützten Händen zu pflücken. Tatsache ist, dass die Brennhaare das Blut unter die Hautoberfläche ziehen und sie erwärmen. Schon Hildegard von Bingen empfahl die Brennnessel zur Steigerung des Gedächtnisses: Sie zerstieß die Blätter, vermischte sie mit Olivenöl und ließ sie auf die Schläfen auftragen. Die Stängel der Großen Brennnessel enthalten sehr feste, lange Bastfaserzellen. Im Mittelalter stellte man deshalb Gewebe daraus her, und es gab verschiedene Ansätze, die Brennnessel als Faserpflanze zu etablieren. Nesselgewebe ist jedoch unangenehm rau. Importierte Baumwolle ersetzte später die Brennnessel. Der Name “Nesselgewebe” übertrug sich daher auf Baumwollgewebe.

Ganzen Artikel lesen im ATM Online Magazin

Dieser Artikel wurde bereitgestellt von Claudia Dammers.

ATM Akademie für Tiernaturheilkunde

Die ATM vermittelt ein solides Basiswissen in der klassischen Schulmedizin, eine Voraussetzung für jeden Gesundheitsberuf. Die Referenten sind Hochschuldozenten, Fachtierärzte und Humanmediziner mit erheblicher Praxiserfahrung, Tierpsychologen, Biologen und Apotheker. Erfahrene Heilpraktiker sowie anerkannte Experten aus dem Bereich der Naturheilkunde führen die Praktika im Schulungszentrum Bad Bramstedt durch.

Webseite: www.atm.de

-2°C

Hamburg

Cloudy

Humidity: 89%

Wind: 11.27 km/h

  • 03 Jan 2019 3°C -3°C
  • 04 Jan 2019 8°C 1°C
TierFocus Online Magazin