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Absatzfohlen richtig füttern und halten

Absatzfohlen richtig füttern und halten Patricia Lösche Absatzfohlen richtig füttern und halten

Ein Fohlen aus der eigenen Stute – ein Traum, den sich immer mehr Menschen erfüllen. Doch wenn Stute und Fohlen im Herbst getrennt werden, sind Augenmaß und Wissen gefragt, damit der Nachwuchs weiterhin gut gedeiht. Fehler im Jugendalter rächen sich oft später. In diesem Punkt unterscheiden sich Pferdekinder nicht von Menschenkindern. Erfahren Sie, was beim abgesetzten Fohlen in Sachen Fütterung und Haltung essenziell ist.

Absatzfohlen: „kleine“ Pferde mit großen Ansprüchen

In der freien Wildbahn entwöhnt eine Stute ihr Fohlen meist dann, wenn das nächste geboren wird. Aber auch nicht immer. Stutfohlen bleiben meist in der Herde, Hengstfohlen werden mit Erreichen der Geschlechtsreife später verjagt.In menschlicher Obhut werden werden Fohlen im sechsten oder siebten Lebensmonat von der Mutter getrennt.Je nach Geburtszeitpunkt aus Managementgründen auch früher. Zwingend notwendig ist es nicht, sondern kann auch später erfolgen, sofern es nicht als "Einzelkind" aufwächst. Auch Hauspferdestuten entwöhnen ihr Fohlen dann meist selbst.

Aufzucht ist aufwändig

Ein Pferd zuhause beim Wachsen zu beobachten ist ein wunderbares, aber auch sehr zeitintensives Erlebnis. Wer das nicht leisten kann, sollte sien Fohlen lieber einem guten Aufzüchter anvertrauen. In dem Fall ist der Zeitpunkt des Absetzens gekommen, wenn die Fohlengruppen zusammengestellt werden. Verantwortungsbewusste Aufzüchter machen das im sptäen Herbst und halten die Gruppen danach möglichst konstant. Neuzugänge werden dann nur ausnahmsweise aufgenommen. So vermeiden sie Raufereien um Rangordnungen und mindern das damit verbundene erhöhte Verletzungsrisiko.

Kein Fohlen darf allein aufwachsen. Für eine unbeschwerte Jugend und ein gesundes Heranwachsen kommt nur eine Haltungsform in Frage: Gruppenhaltung mit Weidegang, möglichst 24 Stunden. Wo das im Winter aufgrund der Bodenverhältnisse nicht möglich ist, muss ein großer Laufstall mit weitläufigem Paddock zur Verfügung stehen. Einzelboxen sind abzulehnen.

Die Sommerweiden müssen groß genug sein für die darauf gehaltene Anzahl von Tieren. Richtwert ist: ein halber Hektar pro Pferd bei Sommerbeweidung. Bei Ganzjahresweide gilt die Daumenregel: Nicht mehr als ein Pferd pro Hektar. Denn die Pferdekoppel dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern muss für eine gesunde Entwicklung dem natürlichen Bewegungsbedürfnis der Fohlen Raum bieten, ohne dass die Grasnarbe dauerhaft geschädigt wird.

Zufütterung mit Heu

Bei Kurzverbiss der Grasnarbe nehmen die Jungtiere unangemessen viele Fructane auf. Ist die Koppel eher klein bemessen und das Gras schnell abgefressen, muss auch im Sommer ganztägig ausreichend Heu so zur Verfügung stehen, dass alle satt werden. Bei mangelnder Zufütterung mit Heu ist die Entwicklung von Untugenden wie Sand- oder übermäßiges Kotfressen (Koprophagie)möglich, was gesundheitliche Probleme wie Sandkoliken nach sich ziehen kann. Zur Beschäftigung und zum Spielen können Baumstämme oder dicke Äste ungiftiger Arten wie Obstbäume auf die Koppel gelegt werden. Und natürlich dürfen Salzleckstein und eine gesicherte Wasserversorgung nicht fehlen. Tägliche Zaunkontrolle ist ebenso Pflicht wie der tägliche Verletzungscheck.

Achtung Giftpflanzen

Besondere Aufmerksamkeit muss dem Bewuchs gewidmet werden. Nicht alle Gräser sind für die Pferdehaltung, insbesondere aber für die Fohlenaufzucht gut. Welche Gräser bei welchem Boden geeignet sind, darüber geben die örtlichen Landwirtschaftskammern Auskunft. Fohlen fehlt es an der nötigen Erfahrung. Wie kleine Kinder probieren sie voller Neugier vieles aus. Wachsen sie ohne erfahrenes Pferd in ihrer Mitte auf, können sie nicht durch Kopieren lernen, sondern müssen alles selbst ausprobieren. Das gilt auch für Futter. Denn was Gift ist, müssen Pferde lernen. Potentiell giftige Pflanzen sind deshalb besonders sorgfältig zu entfernen. Nicht nur auf der Koppel selbst, auch aus dem Bewuchs entlang des Zaunes. Sind Gärten in der Nachbarschaft, ist das Abstecken einer Sicherheitszone sinnvoll. Mancher Gärtner kommt auf den Gedanken, seinen Pflanzenschnitt auf der Pferdekoppel zu entsorgen. Ziersträucher wie Eiben sind aber toxisch. Zusätzlich am besten alle Koppelanrainern persönlich darauf hinweisen.

Böden haben eine sehr unterschiedliche und nicht immer ausgewogene Zusammensetzung. Darum ist es sinnvoll, den Boden untersuchen zu lassen, um die Koppel in der Ruhephase entsprechend zu düngen und gegebenenfalls fehlende Mineralien den Fohlen zuzufüttern. Allerdings nur nach vorheriger Analyse beim Fohlen selbst. Denn nicht nur jeder Boden, auch jedes Fohlen ist anders. Ein Zuviel bestimmter Mineralien ist ebenso schädlich wie ein Zuwenig. Der wachsende Organismus braucht ein ausbalanciertes Nährstoffangebot.

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Dieser Artikel wurde bereitgestellt von T. Brandes.

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